preloder
Close

Karneval für Patienten

Lieber Matthias,

du alter Jeck. Na, schon de rote Näs aufjepappt? Ich bereite mich ja auch gerade intensiv auf eine Karnevalsparty vor. Normalerweise bedeutet Karneval, hier eher Fasching genannt, für Patienten lediglich eine Extraportion ,Bliersheimer Treppensturz‘. Aus therapeutischem Anlass bin ich aber heute auf eine echte Party eingeladen.

Nun dürfen wir Patienten da nicht einfach hingehen und doof rumhängen, sondern müssen auch die therapeutischen Übungen mitmachen. Also nix am Tisch sitzen und dumm rumquatschen: „Ich bin ja eigentlich kein Karnevalstyp, wissen Sie. Ich meine, man will ja kein Spielverderber sein, aber normalerweise liege ich lieber mit einem guten Rotwein am Kamin und lese Goethe!“

Das geht gar nicht. Ein wenig Aufwand muss sein, deshalb habe ich schon mal die Sonnenbrille herausgeholt, obwohl abends doch gar keine Sonne scheint, schräg, was? Wenn ich jetzt kein Patient wäre und Zugang zu den guten Getränken hätte, könnte ich jetzt auch schon mal ein Gläschen Sekt verkasematuckeln. ‘Vorglühen‘ nennen das die Profis. Wir hatten ja einen kleinen Vorbereitungskurs mit unserem Kreistherapeuten, damit wir kein Desaster auslösen. Oft werden Patienten bei solchen Partys schon vor Mitternacht aussortiert. Ich erspare dir Einzelheiten.

Also Alkohol ist vor der Party für Patienten tabu. Da bleibt nur die Musikanlage als festliche Einstimmung übrig. Wer jetzt nicht mindestens die CD-Reihe ‘Karnevalsraketen Vol. 1-4‘ sein eigen nennt, ist aber blöd angeschmiert. Die CD ‘Karneval der Tiere‘ ist für diesen Moment NICHT geeignet!

Ein Spiegel muss noch her, die Sonnenbrille auf und irgendein lustiges Kleidungsstück angezogen. Dann ‘Es steht ein Pferd auf dem Flur‘ auflegen. Volumenregler auf 9 bis 10, je nach Körperstatur des Nachbarn. Abtanzen und sich selbst dabei beobachten – lachen! Das ist eine gute Vorbereitung. Natürlich muss man vor dem Auftritt auf der echten Party wieder runterschalten.

Dort angekommen, gilt dann erst mal ‘Pegelsaufen in ruhiger Atmo‘. Das steht so in unserem Handbuch aber ich kann mich nicht mehr richtig erinnern, wie das genau geht. Vielleicht fang ich dieses Mal mit ‘Essen am kalten Büfett‘ an und werde dann langsam witzig, indem ich lustige Filme zitiere. Aber nee, das geht glaube ich auch nicht.

Jetzt werde ich schon wieder total nervös. Manche glauben ja so eine Karnevalsparty wäre der Kracher schlechthin, aber ich habe schreckliche Angst davor. Kann ich die Karte nicht vielleicht verkaufen? Was soll das überhaupt für eine Therapie sein? Wir sollen doch ruhig werden, oder?

„He, du blöde Organisation, was soll das?“ Ich glaub ich geh einfach schlafen. Vielleicht ist das wieder nur so ein bescheuerter Test.

◉Vorwort

Horst Grabosch möchte Ihnen eine sorgenfreie Weberfahrung bieten. Daher haben wir auf fast alle Möglichkeiten zur Erfassung Ihrer persönlichen Daten verzichtet.

 

Allerdings sind Cookies ein unverzichtbarer Bestandteil moderner Websites. Daher nutzen auch wir Cookies. Wir setzen Ihre Einverständnis auch voraus, wenn Sie diese Nachricht ohne Klick auf den Einverständnis-Button schließen, indem Sie neben das Nachrichtenfenster klicken.

 

Einverstanden

 

Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

 

Anzeigen

MENÜ