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Der Fall Golgatha

Lieber Eckhard,

wie geht es der Gemeinde? Das heutige Thema am Karfreitag liegt auf der Hand – Golgatha.

Zuerst wollte ich an Jesus direkt schreiben, hatte aber Angst vor den Konsequenzen. Wenn er geantwortet hätte, wäre ich hier in der Anstalt unten durch.

Wahrscheinlich hätte man mir eine Verschwörung unter Aufrührern zur Last gelegt. Das würde zwangsläufig wieder mindestens eine Woche Geschlossene bedeuten. Das war mir zu heiß. Also muss ich dir als Fachmann einige Fragen stellen, die mir auf den Nägeln brennen.

Kreuzigung und Auferstehung können wir abhaken. „Er ist wahrhaftig auferstanden“, ist kein Problem für mich. Sprache und Bedeutung sind ja sehr dehnbar, da will ich nicht kleinlich sein. Mich irritiert jedoch, dass Jesus sich nach diesem Wunder aus dem Staub gemacht hat – siehe Himmelfahrt. Immerhin hatte er etliche Menschen mit seinen Lehren infiziert, die danach ziemlich in der Patsche saßen. Hätte er denen nicht helfen müssen?

Gut, der Posten zur Rechten Gottes war eine attraktive Option, aber hier auf Erden brennt ja auch ständig der Baum. Oder konnte er aus dem Himmel mehr bewirken? Was dann noch grundsätzlich zu klären wäre, ist die Sache mit der Nächstenliebe.

Manchmal bin ich etwas verbittert – deshalb bin ich ja auch in der Anstalt – aber insgesamt klappt Vieles zumindest in der Theorie jetzt schon sehr gut. Ich finde eigentlich alles ziemlich prima und bringe auch Verständnis für Leute auf, die mich bestehlen und beleidigen. Aber muss es denn unbedingt Liebe sein? Oder habe ich da ein falsches Verständnis von dem Wort ‘Liebe‘. Ich liebe zum Beispiel meinen Hamster und die alten Pantoffeln, sowie Filme über das Universum.

Manchmal kann ich sogar Menschen lieben. Mit meinen Peinigern habe ich da aber ein gewisses Problem. Besonders, wenn Sie ohne eigene Not peinigen. Da schwillt mir der Kamm. Ist das falsch? Im Prinzip bin ich ein totaler Fan von Demut und halte auch gern nach einer Backpfeife noch die andere Wange hin. Doch meistens treten mir die Peiniger danach noch in die Eier und das tut verdammt weh. Dann wünsch ich mir oft heimlich, dass die bald Zahnschmerzen bekommen, oder Fußpilz.

Meinst du das geht noch durch bei Jesus, der immerhin sein Leben für uns gegeben hat (auch wenn er danach einen guten Posten antreten konnte)?

Ich vertraue mal darauf, dass das klargeht, sonst werde ich wieder so unruhig. Ich wünsch dir jedenfalls frohe Ostern und grüß mir die Gemeinde.

◉Vorwort

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