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Bleierne Müdigkeit

Liebe Christiane,

sind die Tage bei euch außerhalb der Anstalt auch so kurz? Ich stehe auf, dann ist etwas Geschwurbel und dann leg ich mich auch schon wieder hin. Mehr krieg ich einfach nicht rein in den Tag. Abends sitz ich manchmal noch eine Stunde vor dem Fernseher.

Politiker haben an einem Tag 10 Veranstaltungen und halten dabei 15 Reden. Wie machen die das bloß? Aber wenn du glaubst, dass das alles ist, was die machen, hast du dich aber ganz schön getäuscht! Die sind nebenbei noch Rechtsanwalt und Aufsichtsratsvorsitzender bei 3-4 Firmen. Das sind aber nur die Luschen. Die Top-Politiker schaffen noch 10 Vereine und 3 Frauen gleichzeitig.

Gut, die Kinder sehen die nicht wirklich oft, aber das will ja wahrscheinlich auch keiner wirklich. Jetzt hab ich das einmal nachvollzogen, wie so ein Tag bei mir abläuft, um die Ursache herauszufinden, dass ich so gut wie nichts schaffe.

Um 6:00 Uhr klingelt der Wecker, vielleicht schon zu spät? Dann brauche ich etwa eine Stunde, damit ich vollständigen Zugang zu meinem Bewusstseins habe. Dabei nehme ich noch flüchtig die grobe Richtung des aktuellen Wetters wahr. Ich frühstücke im Schlafanzug. Da ich mich nicht mehr daran erinnern kann, was ich eigentlich gern esse und trinke, dauert das so seine Zeit.

Anziehen und Zähneputzen geht dann recht schnell, aber das Rasieren ist eine große Herausforderung für mich. Ich muss 3-4 Mal nachrasieren, bis ich keine Stoppeln mehr mit der Zunge ertasten kann. Danach wäre ich eigentlich fertig, hadere aber noch etwa eine halbe Stunde mit meinem Schicksal und kann mich dabei nur schwer entscheiden, ob ich den Tag überhaupt als solchen akzeptieren sollte.

Nehmen wir einmal an, es ist einer von den besseren Tagen, dann mach ich mich an mein Tagwerk. Da ich ja mittlerweile vom Hamsterradbetrieb freigestellt bin, muss ich nur die nahe liegenden Dinge abarbeiten. Es ist jetzt 10:00 Uhr.

Nun kommt mein erstes Problem. Ich arbeite zwar regelmäßig bis um 12:00 Uhr, aber an was? An Ergebnissen kann ich es nicht festmachen, und das Gedächtnis hat nur fleißige Betriebsamkeit gespeichert. Jedenfalls überfällt mich nun eine bleierne Mittagsmüdigkeit. Nach dem Essen und Abräumen ist es 14:00 Uhr. Jetzt ist Siesta!

Um 16:00 Uhr beginnt der Kampf gegen den narkotischen Mittagsschlaf. Um 16:30 Uhr habe ich halb gewonnen und taumele an meinen therapeutischen Arbeitsplatz. Zu diesem Zeitpunkt ist das Ende des Tages bereits so bedrohlich nahe, dass es mich vollkommen lähmt. Nachdem ich noch zwei Stunden an meinem Schreibtisch vegetiert habe, ist es auch schon da – das Ende.

Was läuft denn da eigentlich schief?

◉Vorwort

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