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Erziehung – Fast erwachsene Kinder

Erziehung von Teenagern ist eine Herausforderung.

Es gibt geplante Beiträge und ungeplante in diesem Blog. Die ungeplanten haben meistens aufregende Anlässe. Heute morgen kam ich in den Genuss eines heftigen Streites mit meinem 14-jährigen Sohn. Aber nach genauerer Analyse der Ursache, fand ich einen interessanten Hintergrund, der mir schon öfter begegnet ist.

Das Stichwort ist Selbstkorruption, ein Lieblingsthema von mir. Heute will ich es mit dem Thema Kindererziehung verbinden. Es gibt ja Tausende von Ratgebern, die sich mit diesem Thema beschäftigen. Da ich selbt zwei Kinder im Alter von 14 und 22 Jahren habe, fühle ich mich berufen, ein paar Gedanken mit Ihnen zu teilen.

Meine Kinder sind in einem ‘lebhaften’ Umfeld aufgewachsen und haben einige Gene mitbekommen, die uns die Erziehung nicht unbedingt einfach mach(t)en. Es sind wunderbare Kinder und die Probleme erwachsen nicht unbedingt aus unserer internen Eltern-Kind-Beziehung, sondern vielmehr aus der Tatsache, dass gewisse Dinge von Menschen (Lehrern, Erziehern etc.) anders beurteilt werden, als von uns, die wir erstens genetische Ähnlichkeiten zu unseren Kindern haben und zweitens die Kinder in allen möglichen Situationen beobachten können. Dabei wird die Sicht natürlich schärfer, als es fremde Erzieher je erreichen können.

Deshalb sollten Sie unbedingt zu Ihren Kindern stehen, wenn Fremdurteile an der Wahrheit vorbei gehen. Dabei sollten Sie aber nicht vergessen, solche Urteile ernst zu nehmen und sie zu prüfen, da Ihnen auch Dinge entgehen können. Ein vertrauliches, intensives Gepräch mit Ihrem Kind und der jeweiligen Fremdperson kann da außerordentlich hilfreich sein.

Der heutige Anlass hat aber nichts mit diesen Konflikten zu tun, sondern mit Konflikten, die gerade in der Pubertät häufig anzutreffen sind. Die diversen Einflüsse, denen der Teenager ausgesetzt ist, werden sehr intensiv aufgenommen und häufig äußerst spontan verarbeitet. Dabei entstehen permanent Widersprüche im eigenen Verhalten. Der allseits bekannte Widerspruch ist der Wunsch nach Ordnung, der aber ständig mit den Zeitressourcen der Teenager kollidiert. Wir sollten dieses Dilemma ernst nehmen!

Bei der Menge der zu verarbeitenden Dinge und der gleichzeitigen Leistungsanforderung, sowie dem noch ausgeprägten Spielbedürfnis, ist die Zeit für Teenager wirklich knapp bemessen! Je nach Arbeitssituation der Eltern, kann es vorkommen, dass die ersehnte Ordnung nicht immer von Mutti oder Vati hergestellt werden kann (siehe ‘Hotel Mama’ oder ‘wer räumt das Kinderzimmer auf?’)

Nun sind die Kinder ja auch noch dem kindlichen Chaos sehr verbunden, sodass Kinderzimmerchaos selten als belastend für den Bewohner selbst empfunden wird. Aber es gibt mit wachsendem Alter, und damit dem Bewusstsein für soziale Verhaltensweisen, Momente, in denen sich das Kind nichts sehnlicher, als den Schalter für spontane Ordnung sucht.

Jetzt kollidieren Universen miteinander! Das Ergebnis ist schiere Verzweiflung. Man hatte sich alles so schön zurechtgelegt – wollte einmal perfekt vorbereitet in die Schule gehen, ohne Stress, irgendetwas vergessen zu haben. Leider hat man vergessen, dass diese Perfektion auch von irgendwem in Form von körperlichem und geistigem Einsatz erst geschaffen werden muss.

Schuldige müssen gesucht werden. Und wo sind sie zu finden? Sie sitzen gemütlich am Frühstückstisch und haben überhaupt kein Verständnis für die völlig desolate Seelenlage des Zöglings. Warum ist die saubere Hose nicht da, wo man sie gestern abend noch VERMUTETE. Mutter hat wieder einmal komplett versagt. Der eigene Kleiderschrank – ein Bild der Verwüstung. Warum ist das keinem vorher aufgefallen?

Also rastet man mal kurz aus. Diese Versager von Eltern können einfach keine Ordnung halten. Wissen sie etwa nicht, das Ordnung so wichtig für mich ist. Jetzt greift Vater ein und weist auf den Zustand unter dem Schreibtisch hin, wo sich diverse Kleinteile ein munteres Stelldichein geben. Auch noch Vorwürfe an den völlig Unschuldigen, der doch nur Ordnung einfordert! Doch von wem fordert er sie ein? Wortgefechte und Schreierei, Tränen der Verzweiflung. Auch Eltern haben ein Recht auf Menschenwürde!

Das Kind ist in der Schule und es gibt ein paar Stunden Zeit zum geistigen Luft holen, zumindest, was die Kindererziehung bertrifft. Auch wenn es jetzt noch so stressig im Beruf wird, sollte man die Morgenepisode sofort aus dem Wutzentrum verbannen. Jetzt ist ein ruhiges Gespräch am Abend angesagt, wo sich alle für die, im Eifer des Gefechtes gefallenen Beschimpfungen, entschuldigen.

Ja, so ist es eben mit der Kindererziehung – leicht ist was anderes, gell?

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