Horst Grabosch - Geschwätz

Narzissmus – Der Blick auf dich selbst

von | Geschwätz

Angeblich teilen wir die Möglichkeit, uns selbst als Individuum zu erkennen, mit nur wenigen Spezies. Ich halte das für eine typische menschliche Arroganz, die uns in der Vergangenheit schon so manchen Blödsinn beschert hat.

Die milden Formen des Narzissmus sind allgegenwärtig.

Auch die Sicht auf sich selbst kann sich im Laufe eines Lebens mehrfach ändern. Es geht hier nicht nur um Selbstwertgefühl oder Selbstbewusstsein, sondern ganz allgemein um die Sicht auf sich selbst. Angeblich teilen wir die Möglichkeit, uns selbst als Individuum zu erkennen, mit nur wenigen Spezies. Ich halte das für eine typische menschliche Arroganz, die uns in der Vergangenheit schon so manchen Blödsinn beschert hat.

Sie kennen die Vielzahl der Gefühle beim Blick in den Spiegel. Sie hassen sich, Sie lieben sich, Sie sind zufrieden oder unzufrieden. Aber wen sehen Sie? Ein Spiegel ist eine teuflische Einrichtung, die immer wieder zu Fehleinschätzungen führt, weil Sie ein Feedbacksystem ist, das Sie unmittelbar zu Reaktionen anstiftet. In der Regel erfüllen Sie dabei Ihr eigenes Vorurteil, das Sie VOR dem Blick in den Spiegel hatten. Sie fühlen sich schlecht, krank? Natürlich werden Sie das auch bestätigt SEHEN ‘wollen’. Erinnern Sie sich doch einmal an so manche Überraschung bei Fotos, auf die Sie nicht vorbereitet waren. Na, Sie verstehen schon, worauf ich hinaus will, oder?

Ein inneres Spiegelbild tragen Sie in jeder Phase des Lebens mit sich herum, es schaut immer etwas anders aus. Dieses Bild transportieren Sie auch unbewusst nach außen. Wer Sie trifft, wird in der Regel Ihr eigenes Gefühl bestätigen, oder er schmeichelt Ihnen, oder ist anderswie unehrlich. Eine wesentliche Kunst des eigenen Wohlbefindens UND Ihrer Außenwirkung und damit des kommunikativen Prozesses, besteht darin, Ihre Selbstsicht etwas unbefangener zu gestalten.

Gelassenheit und nicht Kontrolle ist das Geheimnis des Glücks in dieser Frage. Gestehen Sie sich und Anderen wechselnde Sichtweisen einfach zu. Ja, in Hinsicht auf das Aufbrechen von Gefangenheit in seelischen Fallen, befördern Sie sie sogar. Denken Sie an Elastizität und nicht Starrheit. “Was schert mich mein Geschwätz von gestern”, soll Konrad Adenauer einmal nach dem Wechsel einer politischen Meinung gesagt haben. Denken Sie darüber nach.

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