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Wahre Freundschaft

Dieses Gedicht war etwa 2014 als Geburtstagsgruß an eine gute Freundin gedacht, die an Krebs erkrankt war. Sie lebt glücklicherweise heute (2018) noch glücklich und zufrieden.

Ein Samen hat sich durchgekämpft,
die Zelle hat er schon in Sicht.
Ein Mensch zu werden ist sein Ziel,
des Schöpfers höchstes Gut.

Die Hoffnung wird schon bald gedämpft,
denn Teilen wollt er wahrlich nicht.
Des Teilens wird ihm bald zuviel,
in ihm erkeimt die Wut.

Schon bald danach erlischt sein Wille,
die Dinge nehmen ihren Lauf.
Was dann passiert in aller Stille,
nimmt er billigend in Kauf.

Aus dem Mutterleib vertrieben,
nun ein neuer Geist entsteht.
Des Samen Wille ist zerrieben,
die Hoffnung ist schon längst verweht.

Der neue Geist muss sich nun quälen,
mit des Alltags schwerer Last.
Er hat keine Chance zu wählen,
sitzt auf einem dünnen Ast.

Viele Jahre sind vergangen,
als er glaubt nun sei´s geschafft.
Doch er bleibt in sich gefangen,
bis der Tod ihn niederrafft.

Bald muss er betrübt erkennen,
dass die Sens´ war schon geschärft,
als der Samen noch mit Eifer,
war im wilden Lebensrennen.

Hatte er doch einst geglaubt,
der Sensemann käm einmal nur,
muss er nun erstaunt erkennen,
dass dieser ist sein Stammbegleiter.

Das hat ihm den Schlaf geraubt,
bis er die Last mit viel Bravour,
dem Fegefeuer gab zu brennen,
und das Leben ging noch weiter.

Viele Jahr seid nun ihr Zwei
– Sensemann und freier Geist –
in des Füllhorns ganzem Wirbel,
munter auf der Lebensleiter.

Doch der Freundschaft zäher Brei,
zuweilen doch das Hirn vereist.
Drum schmeiß ihm seine liebste Zwirbel,
zuweilen ein paar Meter weiter.

Nun ist er vor dir auf dem Abstieg,
siehst auch wenn er wieder wendet.
Kannst ihm gönnen seinen Sieg,
wenn die Leiter einmal endet.

Solange aber treib das Spiel,
mit wachsendem Vergnügen.
Wird´s dir einst einmal zuviel,
musst du dich der Sense fügen.

Horst Grabosch möchte Ihnen eine sorgenfreie Weberfahrung bieten. Daher haben wir auf fast alle Möglichkeiten zur Erfassung Ihrer persönlichen Daten verzichtet.

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