preloder
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Frauen sind einfach sensibler

Ich lege den Kopf
in die Beuge der Nacht.
Erhaben der Mond
hoch über mir wacht.

Der Trubel des Tages
der Stille nun weicht.
Ich schließe die Augen,
das Herz wird mir leicht.

Welch wonnige Regung
durchfährt meine Glieder –
dann werden sie schwer,
Bruder Schlaf zieht sie nieder.

Aus der Ferne erklingt
des Wolfes Geheule,
etwas näher erhebt sich
die Stimme der Eule.

Ganz nah jetzt,
ein Maulwurf zu hören ist –
und auch, wie ein Stier
vor das Vorzelt pisst.

Das Schnarchen des Gatten
wird zunehmend lauter.
Der Morgen ist fern –
erst in Stunden ergraut er.

Der Rüde des Herrn
jetzt zu bellen beginnt …

… ach käme doch grad
eine Kugel geflogen,
die den Hund zunächst
von der Platte putzt.

Danach wird der Schwengel
des Stiers leicht verbogen,
bevor ein Schmerz
die Eule verdutzt.

Nach weiterem Flug
auf der tödlichen Bahn,
das Projektil jetzt den Wolf erwischt.

Es dringt durch das Herz –
sein Leben erlischt.

Der Bote der Ruh´
wär noch weiter geflogen,
hätt nicht ein Fels
ihm den Weg versperrt.

So prallt er dort ab;
kommt im hohen Bogen
zurück – was dem Maulwurf
das Leben erschwert.

Im Schädel des Wühlers
dann ist es vorbei,
mit der Kraft des Geschosses
aus blutigem Blei.

Nun ist es deutlich ruhiger geworden –
das Pfeifen im Ohr
hat sich kampflos ergeben,
blieb nur noch den sägenden Kerl zu ermorden!

Doch in dieser stillen,
so zärtlichen Nacht,
wo der Mond uns beide
so friedvoll bewacht,
lass ich das Arschloch einfach leben.

Um diesen Typ mich die Frauen beneiden;
muskelbepackt und mit sanftem Gemüt.
Bald könnt ihr ihn haben – samt Sägewerk –
ich lasse mich nämlich von ihm scheiden!

 

Kommentar

Das Gedicht gehört zu einer Reihe von Gedichten, die zwischen 2008 und 2012 entstanden sind. Nach meinem ersten Burnout als Musiker, erwischte es mich zum zweiten Mal als Informationstechnologe. Interessant ist, dass der künstlerische Kreativdrang trotz nicht unerheblicher Gesundheitsprobleme ein Ventil brauchte. Oft begann ich mit poetischen Versatzstücken, und ließ dann der Fantasie freien Lauf. Dass fast jedes Gedicht aus dieser Zeit eine leicht zotige Richtung einschlug, dürfte meinem Humor zu verdanken sein, der auch dunklen Zeiten trotzte. „Schwarzer Humor“ passt ja auch gut zu „dunklen Zeiten“.

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