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12. Januar 2017

Das Eisberg-Prinzip

Horst Grabosch - Das Blog - Kategorie: Web Design

Den unzähligen kostenlosen Website-Templates ist es zu verdanken, dass die meisten Websites heute einem umgekippten Eisberg gleichen.

Das dicke Ende ist oben, und entspricht der für den Besucher sichtbaren Website. Tolle Effekte, professionelles, weil von Profis vorgefertigtes Design. Bei Struktur und Benutzerführung hapert es schon gewaltig, und bei den Inhalten ist dann meistens Geschwätzigkeit der Ratgeber. Die Schönheit des Eisbergs liegt beim Betrachter jedoch darin, dass er nur die von den Kräften der Natur geformte Spitze samt Spiegelung in der See sieht. Der unter Wasser liegende Teil ist ein unförmiger Klumpen gefrorenen Wassers.

Ganz finster sieht es oft im Hinterhof der Website aus. Fehlende Sicherheitsmaßnahmen, fehlende Backup-Strategien, veraltete Plugins mit mehr oder minder hässlichen Ausfällen im Front End (das, was der Besucher sieh – die Verwaltungsebene nennt man Back End), und so weiter. Wie es besser geht, zeigt mein Eisberg-Prinzip, das gleich zwei Mal angewendet wird:

Back End – Der überwiegende Teil des Eisbergs liegt unter Wasser. Bei der Website entspricht das einem sauber installierten System, einer durchdachten Site-Struktur und einer sinnvollen Benutzerführung. Dazu kommen diverse Werkzeuge, die die Pflege des Systems gewährleisten und Funktionswerkzeuge, die den Sinn der Website unterstützen. Das sind Shop-Erweiterungen, Call to Action-Funktionen, Eindrucksvolle Galerien, sinnvolle Animationen und Anderes. Nicht zuletzt ein adaptives Design, das über die rein technische Anpassbarkeit an unterschiedliche Bildschirmgrößen hinaus geht. Zum Beispiel hat ein Bild, das sowohl auf großen Bildschirmen, als auch auf Smartphones bildschirmfüllend angezeigt werden soll, sehr diffizile Anforderungen an den Bildaufbau. Und dann kommt noch etwas, das kein vorgefertigter Baukasten mitbringt – eine Strategie zur Pflege und ständigen Aktualisierung der Site. Und dann noch etwas ganz Wichtiges – Performance-Setups für schnelle Ladezeiten.

Front End – Die Spitze des Eisbergs ist scharf konturiert. Geschwätzigkeit ist fehl am Platze – dafür gibt es Bücher! Die sichtbare Site gibt nur Hinweise auf den unter Wasser liegenden Teil. Der Besucher soll selbst entscheiden, ob er mehr über ein Thema erfahren will. Diese Inhalte liegen sinnvollerweise in Blogs (die durchaus Teil der Site sein können, aber immer den Anspruch der Zeitbezogenheit haben), oder Social-Media-Kanälen (YouTube, Facebook, Twitter etc.). Ist das eigentliche Ziel der Site eine persönliche Kontaktaufnahme, so muss die Aktion (Ladenbesuch, Beratungstelefonat etc.) intensiv beworben werden. Die Hemmschwelle muss abgebaut werden. Ist eine Handlung online möglich (Online-Bestellung, Kontaktformular etc.) so müssen die Handlungsmöglichkeiten prominent platziert werden. Die Handlung sollte sowohl für Schnellentschlossene, als auch bedächtige Naturen, die sich vorher intensiv informieren wollen, immer und überall mit einem Klick erreichbar sein. Ich nenne das eine Internet-Architektur, da sie über die Website hinaus reicht.

Sollten Sie sich in der Lage fühlen, eine Website selbst zu erstellen, so bin ich der Letzte, der Sie zu einer Buchung meiner Leistungen überzeugen möchte. Ich arbeite vornehmlich für Unternehmen, die gar keine Zeit für DIY (Do It Yourself) haben, oder meine Konzepte schätzen – das ist übrigens mein Teil des Eisbergs, der unter Wasser liegt, und den ich hier NICHT veröffentliche.

Für die DIY-Kandidaten empfehle ich in Bezug auf WordPress die Angebote von 1&1. Mit diesem Provider habe ich bisher in 30 Jahren gute Erfahrungen gemacht, und WordPress, sowie alle gängigen Plugins laufen einwandfrei, was man nicht von allen Providern sagen kann.