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21. September 2017

Tiere am Strand

Horst Grabosch - Das Blog - Kategorie: Gedichte

Zwei Esel

Zwei Esel gingen am Strand spazieren.
„Was kann denn da schon groß passieren“,
dachte der Eine.

„Du – Großer, pass jetzt mal auf“,
sagte der Kleine.

Das große Meer war bald blutrot,
der große Esel mausetot.

Wie konnte das denn nur passieren!?
Die Antwort ist sehr leicht zu generieren:

Es gibt immer wieder Kleine,
die gern Große massakrieren.

 

Zwei Goldhamster

Zwei Goldhamster gingen am Strand spazieren,
was kann denn da schon groß passieren!?

Der Große hatte dem Kleinen Unrecht getan,
mit unverschämten Worten im Drogenwahn.

Nun wollte sich der Kleine rächen,
doch Goldhamster können nicht sprechen!

Dann kam die Flut,
und alles wurde wieder gut.

 

Acht Papageien

Acht kunterbunte Papageien
flogen in zwei gleichen Reihen
Seit an Seit, jeweils zu Vieren,
am fernen Strand zur Abendstund.
Was kann denn da schon groß passieren!?

Dem Leuchtturm hinter Lummerland
ward schon vor vielen Jahren
in seinem ehrenwerten Namen
das „Leucht“ verbindlich aberkannt.

Nun nähern sich die Papageien,
noch immer in zwei gleichen Reihen,
dem früher einmal stolzem Langen,
der leuchtend seinen Dienst versah,
wo Wellen Schiffe gern verschlangen.

Die rechte Papageienflucht,
des Führers Augen leistungsstark,
bog kurz vor Aufprall auf den Schuft
in weiser Absicht noch rechts ab.

Vier ahnungslose Papageien,
am Fuß des dunklen Oberschurken,
bald waren wie zermanschte Gurken,
ohne großes Angstgeschrei
ein Haufen Papageienbrei.

 

Ein Affe

Ein Affe ging am Strand spazieren.
Was kann denn da schon groß passieren!?

In der Tat passierte gar nichts.

Doch trotz dem Zwang zum üblen Reimen,
musste dieser Plot erkeimen.

Nun bleibt die Frage nach dem Affen.
Die Neugier soll ja nicht erschlaffen.

Was trieb ihn nur an diesen Ort?

Ohne großes Dichterklagen,
will ich es hier einfach sagen:
„Es war die Regel von VG-Wort“.