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14. Januar 2017

Die weiße Göttin

Horst Grabosch - Das Blog - Kategorie: Gedichte

Der Duden definiert Zote als derben, obszönen Witz, der als gegen den guten Geschmack verstoßend empfunden wird. Genau so etwas braucht man manchmal als Ventil bei schlechter Laune. Ich hatte es mir regelrecht zur Gewohnheit gemacht, mich in seelischer Not mit Zoten zu erden – da floss es mir nur so aus der Feder. Was für eine Erleichterung, Druckablass durch zotige Gedichte!

Nun wird es Zeit, Sie teilhaben zu lassen, an den bösen Zeilen. Kinder, bitte nachmachen! Besonders, wenn das Gedankenkarussel wieder einmal besonders stark beschleunigt,  kann ein Griff zur Zote Wunder bewirken. Plötzlich bist du wieder ganz bei dir und deinem alltäglichen Sein, ohne mentale Komplikationen. Und wo ist das Dasein noch urprünglich und unverfälscht? Auf der Toilette, oder um schon einmal den zotigen Touch zu bekommen, dem Klo. Wer mehr über die Zote wissen will, siehe hier bei Wikipedia. Nun ein besonders schmutziges Exemplar. „Druckablass“ bekommt hier noch einmal einen doppelten Boden.

DU
Schüssel meiner aufgeblähten Träume!

Gehauen aus dem harten Stein,
harrst du der Dinge,
die da kommen –
und bist so oft allein.

Doch Angesichts des Darmrumorens
im Dunkel des Gedärms,
ist heut‘ dein großer Tag gekommen,
wo höchster Sinn dir widerfährt.

So will ich mich dir ganz ergeben,
mit dir Erleichterung erleben,
und Stunden später erst erheben.

Mein Haupt in Demut dann verneigen –
vor DIR,
du weiße Göttin.

Wenn Sie Gefallen an solchen Texten gefunden haben, hätte ich noch den Tipp aus der Kategorie „Poetische Kurztexte“ – Hier finden Sie einige > zotige Bauernregeln, die man mit viel gutem Willen auch „Gedichte“ nennen könnte, denn sie sind gereimt. Rhythmus und Reim sind die Standardzutaten für meine Gedichte, auch wenn es nicht dem aktuellen Trend entspricht. Es gibt aber auch bei mir Ausnahmen.